Fachkräftemangel und Arbeitnehmermarkt stellen Unternehmen vor die immer schwieriger werdende Herausforderung, die besten Kandidaten für ihr Team zu finden. Während es vor einigen Jahren noch einfacher schien, passende Mitarbeiter einzustellen, spüren viele Unternehmer heute einen Wandel – die Bewerberlandschaft hat sich verändert. Und immer öfter klagen Unternehmer und Personalverantwortliche darüber, dass sie keine geeigneten Bewerber finden oder sich neue Mitarbeiter nach der Einstellung als völlig unpassend entpuppen. 

In diesem Beitrag gehen wir auf die Gründe ein, warum Unternehmen oft die falschen Bewerber anziehen und zeigen dir, wie du stattdessen die passenden Talente für dein Unternehmen gewinnst und die große Enttäuschung nach der Einstellung verhinderst.

Die Stellenanzeigen-Falle

Viele Personalverantwortliche bzw. Unternehmen haben es schon erlebt: Sie schalten eine Stellenanzeige, bekommen auch einige Bewerbungen, aber nur wenige der Bewerber passen wirklich gut ins Team. Aber warum ist das so? 

Bei PEN erleben wir häufig, dass Stellenanzeigen und Texte auf Karriereseiten und Co. nicht wiedergeben, was das Unternehmen besonders macht und warum sich der Kandidat genau auf diesen Job bewerben sollte – die Werte, Kultur und die spezifischen Anforderungen und Benefits der Stelle werden nicht tiefgründig genug beschrieben. Stattdessen: Floskel-Alarm.

Doch Arbeitgeber müssen klar kommunizieren, wer sie als Unternehmen sind und wen sie suchen, wenn sie die passende Person finden wollen. Dabei geht es nicht nur um Hard Skills, sondern auch um Soft Skills und vor allem auch den Persönlichkeitstypen des Bewerbers.

Definiere deinen Wunschkandidaten: Was macht ihn aus?

Um die richtigen Bewerber anzuziehen, musst du dir selbst über eine Sache im Klaren sein: Wie sieht mein Wunschmitarbeiter aus? Welche Qualifikationen sollte er mitbringen? Aber auch: welche Persönlichkeit sollte er haben? Das ist der Punkt, an dem du ansetzen solltest.

Schaue dir zum Beispiel deinen besten Mitarbeiter an und überlege dir anhand dessen, wen genau du im Team haben möchtest und mache keine Abstriche bei deinen Wünschen und Anforderungen. Letztlich stichst du nur aus der Masse hervor, wenn du genau beschreibst, wen und was du suchst. Und das ist auch der Weg, der dich zu einem “Match” mit den begehrten wechselwilligen A-Playern führt. Diese wissen nämlich ganz genau, was sie wollen.

Viele haben schon vergessen, dass es die passenden Kandidaten überhaupt noch gibt und schreiben dann aus Frustration einfach 08/15-Floskeln, weil es besser ist, überhaupt jemanden zu haben als gar keinen Mitarbeiter. Aber mit diesem Mindset bekommt man vor allem Bewerber, die dringend einen Job suchen und nicht die guten Kandidaten, die sich aus der Wechselwilligkeit heraus bewerben.

Konstantinos Gerasiouk

Geschäftsführer, PEN Personalgewinnung GmbH

Die Motive der Wechselwilligen

Unsere Erfahrungen zeigen: Wechselwillige haben andere Motive als Bewerber, die dringend einen Job suchen. Während Letztere vor allem Sicherheit und ein festes Gehalt suchen, halten Wechselwillige Ausschau nach einem Arbeitgeber, mit dessen Werten sie sich identifizieren können und der ihnen spezielle Benefits, neue Herausforderungen oder Aufstiegsmöglichkeiten bietet. Sie sind getrieben von Innovationsgeist, Neugier, Abenteuerlust und dem Wunsch nach einem passenden Arbeitsumfeld, einem Team, in dem sie sich wohlfühlen können und Vorgesetzte, mit denen sie gut auskommen. 

Häufige Wechselgründe von Arbeitnehmern

Eine aktuelle Studie von Ernst & Young zeigt: Drei von vier Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Deutschland (76 Prozent) haben schon einmal den Job gewechselt. Schauen wir uns einmal die Gründe an:

Mehr als ein Drittel (34 Prozent) der Befragten hat ihren Job schon einmal aufgrund einer zu niedrigen Bezahlung gewechselt. Ein ähnlich wichtiger Faktor: das Führungsverhalten der Vorgesetzten. Aus Unzufriedenheit mit ihrer Chefin oder ihrem Chef hat fast ein Drittel (29 Prozent) der Angestellten schon einmal ihrem Arbeitgeber den Rücken gekehrt. Weitere Gründe sind eine schlechte Unternehmenskultur (23 Prozent), eine interessante Position bei einer anderen Firma (22 Prozent), private Gründe (19 Prozent) und eine zu hohe Arbeitsbelastung (18 Prozent).

All die genannten Wechselgründe müssen in deiner Stellenanzeige, in deinem Employer Branding und jeder Art von Kommunikation mit den Job-Kandidaten berücksichtigt werden. Frage dich: Wie kannst du die Arbeitswelt des unzufriedenen wechselbereiten Kandidaten besser machen? Was kannst du ihm bieten, das seine aktuelle Stelle ihm nicht bieten kann. Fasse die Antworten auf diese Fragen in gezielte Worte – denn so fühlen sich bereits die richtigen Bewerber angesprochen.

Passende Benefits holen wechselwillige Bewerber ab

Die EY-Jobstudie zeigt auch, dass Benefits wie flexible Arbeitszeitmodelle (Vier-Tage-Woche, Teilzeitmöglichkeiten oder Gleitarbeitszeit), Überstundenkompensation und Weiterbildungsmöglichkeiten hoch im Kurs stehen. Denk daran, diese und andere spezielle Benefits in deinen Anzeigen und Gesprächen zu betonen.

So löst du dein Recruiting-Problem

Das Problem: Keine klare Kommunikation

Warum du also so häufig unpassende Bewerber anziehst, liegt einerseits daran, dass du nicht klar kommunizierst, wen du suchst, sprich welche Aufgaben übernommen werden sollen und welche Qualifikationen dafür vorausgesetzt werden. Andererseits wird dem passenden Persönlichkeitstypen in deinen Texten zu wenig Bedeutung zugeschrieben. Viele Unternehmen setzen sich zu wenig oder gar nicht mit der gesuchten Persönlichkeit auseinander, um den Kandidaten zu identifizieren, der wirklich ins Team passt.

Die Lösung: Gezielte Ansprache und Transparenz

Beschreibe genau, wen du für dein Team suchst und warum diese Person zu euch passt. Dabei geht es eben nicht nur um Qualifikationen, sondern vor allem auch um Persönlichkeitsmerkmale. Kommuniziere ehrlich, was dein Unternehmen bietet und welchen Mitarbeiter du dafür suchst. Denn nur so kannst du die richtigen Menschen für dein Team gewinnen. Je klarer du dir über deinen Wunschkandidaten bist und seine Persönlichkeit – aber auch deine Unternehmenswerte und -kultur – beschreibst, desto eher wirst du zum Magneten für deine wechselwilligen Wunschkandidaten.

Probiere es gerne einmal aus, indem du vorhandene Texte in Stellenanzeigen oder auf der Karriereseite umschreibst und dabei genau darauf achtest, was du in diesem Artikel gelernt hast. Oder lass dir von uns in einem unverbindlichen persönlichen Beratungsgespräch einmal aufzeigen, wie wir das Thema bei PEN angehen!